Wie viel Wärme kann durch eine dezentrale Lüftungsanlage zurückgewonnen werden?
Eine dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung kann je nach Gerät, Betriebsweise und Einbausituation einen großen Teil der Wärme aus der verbrauchten Abluft zurückgewinnen. Bei hochwertigen modernen Systemen werden häufig Wärmerückgewinnungsgrade von etwa 75 bis über 90 Prozent angegeben; einzelne Hersteller werben unter optimalen Bedingungen sogar mit Werten von bis zu 95 Prozent. Die tatsächlich erreichbare Wärmerückgewinnung hängt jedoch unter anderem vom verwendeten Wärmetauscher, dem Luftvolumenstrom, den Innen- und Außentemperaturen sowie der fachgerechten Planung und Installation ab.
Das bedeutet: Die warme Raumluft wird nicht einfach ungenutzt nach draußen abgeführt. Bevor sie das Gebäude verlässt, gibt sie einen erheblichen Teil ihrer Wärme an einen Wärmespeicher beziehungsweise Wärmetauscher ab. Diese Energie wird anschließend genutzt, um die einströmende kalte Außenluft vorzuwärmen. Dadurch gelangt frische Luft in den Raum, während deutlich weniger Heizwärme durch die notwendige Lüftung verloren geht.
Gerade in gut gedämmten Wohnungen, Einfamilienhäusern und energetisch sanierten Gebäuden kann eine dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung deshalb eine interessante Möglichkeit sein, ein angenehmes Raumklima mit energieeffizienter Lüftung zu verbinden.
RKL Projekt unterstützt Sie bei der Auswahl und Umsetzung einer passenden dezentralen Lüftungslösung. Wenn Sie wissen möchten, welches System für Ihre Wohnung oder Ihr Gebäude geeignet ist, erreichen Sie uns unter 0178 969 3028 oder per E-Mail an info@rklprojekt.de.
Was bedeutet Wärmerückgewinnung bei einer dezentralen Lüftungsanlage?
Bei einer herkömmlichen Fensterlüftung geht ein großer Teil der in der Raumluft gespeicherten Wärme direkt nach draußen. Besonders im Winter ist dieser Effekt deutlich spürbar: Das Fenster wird geöffnet, warme Luft entweicht und kalte Außenluft strömt hinein. Anschließend muss die Heizung die Räume erneut erwärmen.
Eine dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung verfolgt ein anderes Prinzip. Sie tauscht verbrauchte Raumluft gegen frische Außenluft aus und nutzt gleichzeitig die Wärme der Abluft.
So wird die Wärme zurückgewonnen
Je nach Bauart arbeiten dezentrale Lüftungsgeräte etwas unterschiedlich. Bei vielen Systemen wird warme Raumluft durch das Lüftungsgerät nach außen transportiert. Dabei durchströmt sie einen Wärmespeicher oder Wärmetauscher und gibt dort einen Teil ihrer thermischen Energie ab.
Anschließend gelangt frische Außenluft durch das Gerät in den Raum. Die zuvor gespeicherte beziehungsweise übertragene Wärme wird genutzt, um diese Außenluft vorzuwärmen.
Das Ergebnis ist ein kontrollierter Luftaustausch, bei dem wesentlich weniger Wärme verloren geht als beim längeren Lüften über geöffnete Fenster.
Wie hoch ist der Wärmerückgewinnungsgrad einer dezentralen Lüftungsanlage?
Der Wärmerückgewinnungsgrad beschreibt vereinfacht, welcher Anteil der nutzbaren Wärme aus der Abluft auf die Zuluft übertragen werden kann.
Moderne dezentrale Lüftungsgeräte können abhängig von Konstruktion und Betriebsbedingungen hohe Werte erreichen. Bei effizienten Geräten liegen Herstellerangaben häufig in einem Bereich von ungefähr 75 bis über 90 Prozent. Manche Systeme werden mit Spitzenwerten von bis zu etwa 95 Prozent angeboten.
Ein angegebener Wirkungsgrad von beispielsweise 90 Prozent bedeutet allerdings nicht, dass sich die gesamten Heizkosten eines Hauses um 90 Prozent reduzieren.
Der Wert bezieht sich auf die Wärmerückgewinnung während des Lüftungsvorgangs, nicht auf den gesamten Energieverbrauch des Gebäudes.
Welche Faktoren beeinflussen die tatsächliche Wärmerückgewinnung?
Die auf dem Datenblatt angegebene Effizienz ist nicht automatisch identisch mit dem Wert, der unter allen realen Bedingungen erreicht wird.
Luftvolumenstrom
Der Luftvolumenstrom hat einen wesentlichen Einfluss auf die Leistung des Wärmetauschers. Bei bestimmten Systemen kann ein geringerer Luftstrom einen intensiveren Wärmeaustausch ermöglichen, weil die Luft länger beziehungsweise effektiver mit dem Wärmespeicher in Kontakt steht.
Die Anlage muss deshalb so dimensioniert werden, dass Luftqualität, Wärmerückgewinnung und notwendiger Luftwechsel sinnvoll miteinander kombiniert werden.
Innen- und Außentemperatur
Je größer der Temperaturunterschied zwischen warmer Raumluft und kalter Außenluft ist, desto deutlicher wird die Funktion der Wärmerückgewinnung.
Gerade während der Heizperiode verhindert das System, dass die in der Abluft vorhandene Wärme vollständig verloren geht.
Qualität des Wärmetauschers
Der Wärmetauscher beziehungsweise Wärmespeicher ist eines der wichtigsten Bauteile einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.
Seine Konstruktion, Oberfläche und das verwendete Material beeinflussen, wie effizient Wärme aufgenommen, gespeichert und wieder an die einströmende Luft abgegeben werden kann.
Fachgerechte Installation
Auch ein leistungsfähiges Lüftungsgerät kann seine Möglichkeiten nur dann optimal nutzen, wenn es korrekt geplant und eingebaut wurde.
Die Positionierung der Geräte, Wandstärke, Abdichtung, Luftführung und Abstimmung mehrerer Lüftungseinheiten können die Gesamtleistung beeinflussen.
Beispiel: Was bedeutet 90 Prozent Wärmerückgewinnung?
Ein vereinfachtes Beispiel macht das Prinzip verständlicher.
Angenommen:
- Raumtemperatur: 20 °C
- Außentemperatur: 0 °C
- Temperaturunterschied: 20 °C
- angenommener Wärmerückgewinnungsgrad: 90 %
Rein rechnerisch könnten 90 Prozent dieses Temperaturunterschieds genutzt werden:
20 °C × 0,90 = 18 °C
Unter stark vereinfachten idealisierten Bedingungen könnte die einströmende Außenluft damit theoretisch auf ungefähr 18 °C vorgewärmt werden.
In der Praxis können die tatsächlichen Zulufttemperaturen davon abweichen. Das Beispiel zeigt jedoch sehr anschaulich, warum Wärmerückgewinnung während der kalten Jahreszeit energetisch interessant ist.
Wie viel Heizenergie lässt sich dadurch sparen?
Eine dezentrale Lüftungsanlage verhindert nicht sämtliche Wärmeverluste eines Gebäudes. Wärme geht beispielsweise weiterhin über Außenwände, Fenster, Dach oder andere Bauteile verloren.
Sie kann jedoch die Lüftungswärmeverluste deutlich reduzieren.
Ohne Wärmerückgewinnung wird erwärmte Raumluft nach außen abgegeben und durch kalte Außenluft ersetzt. Die Heizungsanlage muss anschließend zusätzliche Energie aufbringen, um diese Luft wieder auf Raumtemperatur zu bringen.
Mit Wärmerückgewinnung wird ein erheblicher Teil dieser ansonsten verlorenen Energie wiederverwendet.
Wärmerückgewinnung bedeutet nicht 90 Prozent weniger Heizkosten
Dieser Unterschied ist wichtig.
Wenn ein Lüftungsgerät beispielsweise einen Wärmerückgewinnungsgrad von 90 Prozent erreicht, bedeutet das nicht automatisch eine Heizkostenersparnis von 90 Prozent.
Der tatsächliche Energieverbrauch eines Gebäudes hängt von zahlreichen Faktoren ab, darunter:
- Gebäudegröße und Dämmstandard
- Qualität der Fenster und Türen
- Außentemperaturen
- gewünschte Raumtemperatur
- Heizsystem
- Luftwechselrate
- Nutzerverhalten
- Effizienz und Betriebsdauer der Lüftungsanlage
Deshalb sollte die mögliche Energieeinsparung immer für das konkrete Gebäude betrachtet werden.
Warum ist Wärmerückgewinnung besonders in modernen Gebäuden sinnvoll?
Moderne und energetisch sanierte Gebäude besitzen häufig eine sehr luftdichte Gebäudehülle.
Das ist grundsätzlich positiv für die Energieeffizienz, reduziert jedoch den natürlichen Luftaustausch über Fugen und Undichtigkeiten.
Feuchtigkeit, CO₂, Gerüche und andere Belastungen können dadurch länger im Gebäude verbleiben, wenn nicht ausreichend gelüftet wird.
Kontrollierter Luftwechsel ohne unnötigen Wärmeverlust
Eine dezentrale Lüftungsanlage verbindet zwei Ziele:
regelmäßigen Luftaustausch und möglichst geringe Lüftungswärmeverluste.
Die Räume können kontinuierlich mit Frischluft versorgt werden, ohne dass dafür ständig Fenster geöffnet werden müssen.
Welche weiteren Vorteile bietet eine dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung?
Die Wärmerückgewinnung ist ein wichtiger Vorteil, aber nicht der einzige.
Bessere Raumluft
Ein kontrollierter Luftwechsel transportiert verbrauchte und feuchte Raumluft nach außen und führt frische Außenluft zu.
Das kann insbesondere in Schlafzimmern, Wohnräumen und anderen regelmäßig genutzten Bereichen zu einem angenehmeren Raumklima beitragen.
Weniger Feuchtigkeit
Kochen, Duschen, Wäschetrocknen und sogar Atmen erzeugen kontinuierlich Feuchtigkeit.
Kann diese Feuchtigkeit nicht ausreichend abgeführt werden, steigt die relative Luftfeuchtigkeit. An kalten Oberflächen kann anschließend Kondensation entstehen.
Eine richtig dimensionierte Lüftung unterstützt dabei, überschüssige Feuchtigkeit kontrolliert abzuführen.
Unterstützung bei der Schimmelprävention
Dauerhaft erhöhte Luftfeuchtigkeit und Kondensation schaffen günstige Bedingungen für Schimmel.
Ein kontinuierlicher Luftwechsel kann helfen, die Feuchtigkeitsbelastung zu reduzieren und damit einen wichtigen Beitrag zur Schimmelprävention leisten. Bestehende bauliche Feuchtigkeitsprobleme oder Wärmebrücken müssen allerdings unabhängig davon untersucht und behoben werden.
Gefilterte Außenluft
Je nach Gerät werden Filter eingesetzt, die beispielsweise Staub, Pollen und bestimmte Partikel aus der einströmenden Außenluft zurückhalten können.
Für eine dauerhaft gute Funktion müssen diese Filter regelmäßig kontrolliert und entsprechend den Herstellervorgaben gewechselt werden.
Dezentrale oder zentrale Lüftungsanlage – was ist bei der Wärmerückgewinnung besser?
Beide Systeme können eine effiziente Wärmerückgewinnung ermöglichen. Sie unterscheiden sich jedoch deutlich hinsichtlich Aufbau und Installation.
Eine zentrale Lüftungsanlage versorgt mehrere Räume über ein gemeinsames Gerät und ein Luftkanalsystem.
Bei der dezentralen Lüftung werden dagegen einzelne Geräte direkt in den jeweiligen Räumen beziehungsweise Außenwänden installiert.
Warum dezentrale Systeme besonders für Sanierungen interessant sind
Bei Bestandsgebäuden kann die nachträgliche Installation umfangreicher Lüftungskanäle kompliziert und teuer sein.
Dezentrale Geräte benötigen dagegen normalerweise kein umfangreiches zentrales Kanalsystem. Dadurch eignen sie sich besonders für:
- Wohnungen
- Einfamilienhäuser
- energetische Sanierungen
- einzelne renovierte Räume
- Gebäude, in denen ein Kanalsystem nur schwer nachgerüstet werden kann
Die Lüftung kann außerdem gezielt an die Anforderungen einzelner Räume angepasst werden.
Wie wichtig ist die Wartung für eine hohe Wärmerückgewinnung?
Auch eine hochwertige Lüftungsanlage benötigt regelmäßige Wartung.
Verschmutzte Filter oder Komponenten können den Luftstrom beeinträchtigen und dadurch die Leistungsfähigkeit des Systems reduzieren.
Regelmäßig kontrolliert werden sollten insbesondere:
Filter, Innen- und Außenabdeckungen sowie die vom Hersteller vorgesehenen wartbaren Komponenten.
Wie häufig eine Reinigung oder ein Filterwechsel notwendig ist, hängt vom Gerät, seiner Nutzung und der Belastung der Außenluft ab. Maßgeblich sind deshalb die Wartungsvorgaben des jeweiligen Herstellers.
Lohnt sich eine dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung?
Eine dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung kann besonders interessant sein, wenn regelmäßiger Luftaustausch, Energieeffizienz und eine unkomplizierte Nachrüstung miteinander kombiniert werden sollen.
Statt die Wärme der verbrauchten Raumluft einfach nach draußen abzugeben, wird ein erheblicher Teil davon zurückgewonnen und zur Vorwärmung der frischen Außenluft genutzt.
Bei modernen Geräten können hohe Wärmerückgewinnungsgrade erreicht werden. Wie hoch die tatsächliche Effizienz im jeweiligen Gebäude ausfällt, hängt jedoch von Gerät, Planung, Luftmenge, Installation und Betriebsbedingungen ab.
Dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung professionell planen
Wer das Potenzial einer dezentralen Lüftungsanlage möglichst gut ausschöpfen möchte, sollte nicht ausschließlich auf einen hohen Prozentwert im Produktdatenblatt achten. Entscheidend ist, dass Gerät, Luftleistung, Raumgröße und Einbausituation zusammenpassen.
RKL Projekt unterstützt Sie bei der Auswahl und Umsetzung einer passenden Lüftungslösung für Ihr Gebäude. So lässt sich kontrollierter Luftaustausch mit effizienter Wärmerückgewinnung verbinden – für frische Raumluft und geringere unnötige Wärmeverluste.
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